Button und Klicker am Recurvebogen: einstellen und richtig nutzen
Button einstellen am Recurvebogen: Höhe, Einschraubweite und Federhärte richtig treffen. Dazu, wann ein Klicker sinnvoll ist und wie du ihn justierst.
Inhaltsverzeichnis 16 Abschnitte
- Was der Button macht und wer ihn braucht
- Die Höhe stellst du nicht am Button ein
- Die seitliche Ausrichtung: Center oder Off-Center
- Mit dem Checker messen
- Mit zwei Stuhllehnen und einem zweiten Pfeil
- Die Federhärte und was sie über dein Lösen verrät
- Tunen mit dem Button: zu hart, zu weich
- Was ein Button kostet, und warum er ein Verschleißteil ist
- Der Klicker: die Auszugskontrolle
- Was der Klicker wirklich misst
- Wann ein Klicker sinnvoll ist und wann nicht
- Zwei Klicker machen den Umstieg leichter
- Klicker montieren und feinjustieren
- Eine Lösung für Bögen ohne Visier
- Was in welcher Bogenklasse erlaubt ist
- Fazit
Button und Klicker sind zwei kleine Teile am Mittelteil eines Recurvebogens, und sie haben nichts miteinander zu tun. Der Button lenkt den Pfeil beim Lösen zur Seite ab, der Klicker sagt dir, wann deine Auszugslänge stimmt. Beide gibt es nur am Recurvebogen mit Metallmittelteil, und keines von beiden brauchst du am ersten Tag.
Wie der Klicker zu einem konstanten Auszug verhilft
Erklärt, warum ein gleichmäßiger Auszug so schwer zu treffen ist und wie der Klicker ihn messbar macht. Dazu ein Weg, den Umstieg auf den Klickerschuss zu erleichtern.
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Wer den Recurvebogen sportlich schießt, kommt trotzdem irgendwann an beiden nicht vorbei. Dieser Beitrag zeigt, was sie tun, wie du sie einstellst und woran du merkst, dass etwas nicht stimmt.
Was der Button macht und wer ihn braucht
Der Button heißt auf Englisch Plunger und ist ein federnder Stift, der durch das Mittelteil geschraubt wird und über der Pfeilauflage sitzt. Er hält den Pfeil vom Bogenfenster weg.
Das Bogenfenster ist die Aussparung im Griffstück, an der der Pfeil vorbeiläuft. Sie gibt es nur bei Mittelteilen aus Metall, und deshalb braucht auch nur ein solcher Bogen einen Button. Ein Holzbogen ohne Fenster hat nichts, wogegen der Button drücken könnte.
Seine eigentliche Arbeit leistet er im Moment des Lösens. Der Pfeil biegt sich beim Abschuss um das Griffstück herum, das nennt sich Archer’s Paradox. Der Button gibt dabei seitlich nach und federt diese Bewegung ab, statt sie hart zu blockieren. Wie stark er nachgibt, entscheidest du über die Feder. Damit greift er spürbar in den Pfeilflug ein, und deshalb ist er kein Zubehörteil, sondern ein Einstellwerkzeug.
Die Höhe stellst du nicht am Button ein
Das ist der Punkt, an dem die meisten zuerst falsch suchen. Der Button lässt sich in der Höhe nicht verstellen. Er wird in das Gewinde am Griffstück geschraubt und sitzt damit fest, wo der Hersteller das Gewinde gesetzt hat.
Die Höhe machst du deshalb vollständig über die Pfeilauflage. Ziel ist, dass der Buttonstift genau auf halber Höhe am Pfeil anliegt, also mittig und nicht an der oberen oder unteren Kante.
- Bei Auflagen zum Kleben zeichnest du die Höhe vor dem Aufkleben mit einem Stift an. Klebt die Auflage einmal, ist Korrigieren mühsam.
- Bei magnetischen Auflagen übernehmen das die Stellschrauben, dort lässt sich nachjustieren.
Welche Pfeilauflagen es gibt und wie du sie montierst, steht ausführlich im Ratgeber zur Pfeilauflage. Für den Button zählt nur dieses eine Maß.
Die seitliche Ausrichtung: Center oder Off-Center
Seitlich stellst du den Button ein, indem du ihn weiter in das Gewinde hinein- oder wieder herausdrehst. Je weiter er hineinragt, desto weiter steht der Pfeil vom Bogenfenster ab.
Wohin genau, darüber gibt es zwei Auffassungen.
| Wo der Pfeil steht | Wofür | |
|---|---|---|
| Centerstellung | Pfeilmitte exakt auf der Centerlinie, also direkt hinter der Sehne | moderne Mittelteile, über die Mitte geschnitten |
| Off-Center | Pfeilspitze etwa eine halbe Pfeilstärke links der Sehne (Rechtshand) | häufig für ungeübte Schützen empfohlen |
Die pauschale Empfehlung zur Off-Center-Stellung stammt aus einer anderen Zeit. Sie war sinnvoll, solange Bogenmittelteile noch nicht über die Mitte hinaus ausgeschnitten waren. Bei heutigen Mittelteilen ist die Centerstellung der übliche Ausgangspunkt. Wenn du unsicher bist, fang dort an und korrigiere nach dem Pfeilflug.
Mit dem Checker messen
Am schnellsten geht es mit einem Sehnenmaßstab, auch Checker genannt. Das ist dasselbe T-förmige Werkzeug, mit dem du auch den Nockpunkt setzt.
- Lege die lange Seite des Checkers im Bogenfenster an.
- Miss den Abstand zwischen Fenster und Sehne.
- Ziehe die halbe Pfeilstärke ab.
Das Ergebnis ist das Maß, wie weit der Button für die Centerstellung ins Fenster ragen muss. Voraussetzung ist ein flaches Bogenfenster, an dem der Checker sauber anliegt.
Mit zwei Stuhllehnen und einem zweiten Pfeil
Ohne Werkzeug geht es auch, du brauchst nur zwei Stühle mit gleich hohen Lehnen.
- Lege den Bogen plan auf die beiden waagerechten Lehnen.
- Nocke einen Pfeil ein und lege ihn an den Button an.
- Nocke einen zweiten Pfeil daneben ein, ohne ihn abzulegen. Er hängt frei an der Sehne und wirkt als Senklot.
Der hängende Pfeil zeigt dir die Sehnenlinie. Damit siehst du im direkten Vergleich, ob der aufliegende Pfeil dahinter liegt oder daneben. Das ist grober als die Messung mit dem Checker, reicht aber, um eine deutliche Fehlstellung zu erkennen.
Die Federhärte und was sie über dein Lösen verrät
Der Ausgangswert ist eine mittlere Feder bei mittlerer Vorspannung. Teure Buttons werden mit mehreren Federn unterschiedlicher Härte geliefert, günstige haben eine. Für den Einstieg genügt das.
Wozu die Härte eigentlich da ist, wird unterschiedlich gesehen, und beide Sichtweisen sind nützlich.
Als Feintuning: Die Härte kann leicht unpassende Pfeilwerte ausgleichen, also einen Spinewert, der nicht ganz sitzt, eine Pfeillänge, die etwas daneben liegt, oder ein abweichendes Spitzengewicht. Der Spielraum ist klein. Passt der Spinewert grob nicht, rettet ihn kein Button.
Als Trainingshilfe: In dieser Lesart mildert der Button nur Fehler beim Lösen ab. Je härter er steht, desto deutlicher schlagen diese Fehler durch. Damit wird die Härte, mit der du noch sauber schießt, zu einem Maß für die Qualität deines Lösens. Wer im Lauf eines Jahres härter fahren kann als vorher, hat an der Technik gearbeitet und nicht am Material.
Tunen mit dem Button: zu hart, zu weich
Steht die Grundeinstellung, schießt du und liest am Trefferbild ab, was zu tun ist. Die Diagnose liefert der Pfeil, nicht der Button: Ein zu steifer Pfeil trifft beim Rechtshandschützen links, ein zu weicher rechts. Die Zusammenhänge stehen im Spinewert-Beitrag.
| Der Pfeil reagiert | Feder | Einschraubweite |
|---|---|---|
| zu hart | weicher stellen | weiter nach innen drehen |
| zu weich | härter stellen | weiter nach außen drehen |
Ändere immer nur eines von beidem und schieße dazwischen genug Pfeile. Wer Feder und Weite gleichzeitig verstellt, weiß hinterher nicht, was gewirkt hat.
Für die eigentliche Feinabstimmung gibt es den Berger-Test, bei dem du gezielt prüfst, ob der Pfeil sauber durch das Bogenfenster läuft. Er steht im Ratgeber zur Pfeilauflage beschrieben, weil er Auflage und Button gemeinsam betrifft.
Was ein Button kostet, und warum er ein Verschleißteil ist
Ein Button liegt zwischen 8 und 50 Euro. Der Unterschied ist nicht die Haltbarkeit, sondern die Feinjustierung: Teure Modelle bringen mehrere Federn mit und lassen sich genauer abstufen. Diese Möglichkeiten nutzt aber nur, wer Turniererfahrung hat. Für den Einstieg ist das günstige Modell die richtige Wahl.
Wichtiger als der Preis ist, dass der Button sich abnutzt. Der Stift reibt bei jedem Schuss am Pfeil, und irgendwann sind Stift und Feder verschlissen.
Daraus folgt ein Fehlerbild, das viele in die Irre führt. Nutzt sich der Stift ab, verschiebt sich die Position des Pfeils auf der Auflage. Damit stimmt die Visiereinstellung nicht mehr, obwohl am Visier nichts verstellt wurde. Wer sein Visier ständig nachkorrigiert, ohne dass es hält, sollte zuerst den Buttonstift ansehen.
Dazu kommt Schmutz. Regen dringt in den Button ein, danach arbeitet die Feder nicht mehr sauber. Nach einem kräftigen Schauer lohnt es sich, ihn auseinanderzubauen und die Einzelteile in Alkohol zu reinigen, gern im Ultraschallbad.
Notiere deine Einstellung, bevor du ihn zerlegst. Sonst fängst du hinterher bei der Grundeinstellung wieder von vorn an.
Der Klicker: die Auszugskontrolle
Der Klicker ist ein schmales Federblatt am Mittelteil, unter das der Pfeil geklemmt wird. Ziehst du aus, rutscht die Pfeilspitze darunter hervor, das Blatt schnappt gegen das Mittelteil und macht das Geräusch, dem es seinen Namen verdankt.
Damit misst er genau eine Sache, nämlich deine Auszugslänge. Und die ist der Grund, warum es ihn gibt. Ziehst du bei jedem Schuss unterschiedlich weit aus, überträgt der Bogen jedes Mal eine andere Energie auf den Pfeil, und die Pfeile landen unterschiedlich weit. Der Klicker macht diesen Fehler hörbar.
Der Ablauf sieht so aus: Du ziehst bis kurz vor den Klick, dann fehlen noch zwei bis drei Millimeter. Statt weiterzuziehen, baust du die Rückenspannung auf. Der Klicker fällt, du löst.
Er ist zugleich eine Lösehilfe, und das ist seine zweite Funktion. Du siehst den Klicker beim Schießen nicht, du schaust durch das Visier. Der Klick kommt also überraschend, und genau darin liegt der Nutzen: Auf ein Signal, das du nicht kommen siehst, reagierst du, statt den Schuss bewusst auszulösen. Das hält die Bewegung flüssig.
Fehlt dieser Auslöser, schleichen sich mit der Zeit gern Zuckungen und verkrampfte Anteile in die Bewegung ein, bis hin zum Reißen des Bogens nach oben im Moment des Lösens. Diese Erscheinungen fasst man unter dem Begriff Target Panik zusammen.
Was der Klicker wirklich misst
Auszugslänge ist die halbe Wahrheit. Was der Klicker tatsächlich abfragt, ist deine Haltung, denn die bestimmt, wie weit du kommst.
- Stehst du eng im Alignment, also mit dem Körper in einer schmalen Linie zum Ziel, ziehst du länger aus.
- Stehst du offener, mit der Brust etwas zum Ziel gedreht, ziehst du kürzer aus.
Zwischen diesen beiden Haltungen liegt schnell ein ganzer Zentimeter, und du merkst den Unterschied beim Ziehen nicht. Der Klick sagt dir deshalb nicht bloß „richtige Länge“, sondern „dieselbe Haltung wie beim letzten Schuss“. Genau deshalb ist er ein Lerngerät und nicht nur ein Messgerät.
Wann ein Klicker sinnvoll ist und wann nicht
Am Anfang nicht: Zuerst müssen Stand, Griff in den Bogen und Auszug sitzen. Wer diese Grundlagen noch sucht, verlagert mit dem Klicker nur die Aufmerksamkeit auf ein Geräusch. In der Regel ist der richtige Zeitpunkt nach sechs bis zwölf Monaten erreicht, je nach Trainingsfleiß.
Es hängt auch an der Entfernung: Bis etwa 30 bis 50 Meter erzielst du auch ohne Klicker gute Ergebnisse. Darüber wirken sich kleinste Unregelmäßigkeiten so stark aus, dass ein sauberer Klickerschuss den Unterschied macht.
Und rechne mit einem Rückschritt: Wer auf den Klickerschuss umstellt, schießt erst einmal schlechter als vorher. Das ist normal und geht vorbei. Mit ordentlichem Training ist das alte Niveau bald wieder erreicht und wird danach deutlich übertroffen. Wer das nicht weiß, hört nach zwei Wochen frustriert wieder auf.
Zwei Klicker machen den Umstieg leichter
Der Grund für den Rückschritt lässt sich genau benennen. Fehlt beim Erreichen des Ankers nur noch ein halber Zentimeter bis zum Klick, ziehst du ihn mit der kleinen Endzugbewegung nach hinten durch. Fehlen zwei Zentimeter, ist es aussichtslos. Und du siehst nicht, welcher Fall gerade vorliegt, weil du durch das Visier schaust.
Dann steht man im Ziel, zieht und zieht, und es klickt nicht. Zwei Folgen hat das, beide unerwünscht: Wer den Klick mit Gewalt erzwingt, schießt irgendwann durch den Klicker hindurch und rasiert sich dabei die Befiederung ab. Und wer wieder nach vorn geht und neu ansetzt, trainiert sich genau die unruhige Bewegung an, die der Klicker eigentlich abstellen soll.
Die Lösung ist ein zweiter Klicker, etwas weiter vorn montiert. Er klickt bereits, wenn du im Anker ankommst, und sagt dir damit: Die Haltung stimmt, es fehlt nur noch das letzte Stück. Der hintere Klicker bleibt der eigentliche Auslöser. Kommt der erste Klick nicht, weißt du sofort, dass du zu offen stehst, und kannst neu ansetzen, bevor du Kraft verbrauchst.
Die Idee stammt vom Compoundbogen. Ein Backtension-Release klickt dort ebenfalls einmal, sobald der Anker erreicht ist, und erst danach folgt das Lösen.
Im Gelände zahlt sich das besonders aus. Bergauf zieht man unwillkürlich weniger weit aus, und dann kommt der Klick nicht. Wer statt einer einzigen Rückmeldung zwei bekommt, merkt den Fehler vor dem Kraftverlust und nicht danach.
Klicker montieren und feinjustieren
Der Klicker wird mit der Klickerschraube an der vom Hersteller vorgesehenen Stelle des Mittelteils befestigt. Er kostet 5 bis 10 Euro, und die Qualitätsunterschiede zwischen den Herstellern sind gering. Er muss nur eine einzige Anforderung erfüllen. Er darf sich nicht von selbst verstellen.
Anschlagen kann er direkt am Mittelteil oder an einem Klickervorbau. Wer besonders lange Pfeile schießt, kommt mit der normalen Position nicht hin. Dafür gibt es verlängerte Vorbauten und Magnetklicker, mit denen sich der Auslösepunkt auf die eigene Auszugslänge bringen lässt.
Ein Werkzeug lohnt sich hier besonders, die Klickerskala. Sie macht die Feinjustierung nachvollziehbar, statt sie zur Schätzung zu machen. Das zahlt sich vor allem aus, wenn du auf neue Pfeile wechselst. Neue Pfeile haben fast immer eine leicht abweichende Länge, und mit der Skala stellst du den Klicker in einem Schritt wieder auf den richtigen Punkt.
Eine Lösung für Bögen ohne Visier
Der geschraubte Klicker setzt ein Mittelteil mit passendem Gewinde voraus. Für Bögen ohne Visier gibt es eine andere Bauform: ein kleines Knackplättchen, das auf den Wurfarm geklebt wird und dessen Schnur durch die Stränge der Sehne läuft. Beim Ausziehen wird die Schnur straff und das Plättchen knackt hör- und spürbar.
Aufgeklebt wird es an einer Stelle, an der sich der Wurfarm wenig biegt, also nicht ganz außen. Der Nachteil gegenüber dem geschraubten Klicker ist, dass er nur einmal auslöst. Wer die zwei Signale von oben haben möchte, klebt zwei davon auf, eines mit etwas kürzerer Schnur.
Was in welcher Bogenklasse erlaubt ist
Beides ist Wettkampfausrüstung, und damit stellt sich die Frage nach den Regeln.
| Klasse | Button | Klicker |
|---|---|---|
| Recurve | erlaubt | erlaubt, übliche Ausstattung |
| Blankbogen | erlaubt | bei World Archery verboten, siehe unten |
| Compound | entfällt, andere Auflagensysteme | sinnlos, der Auszug endet am festen Anschlag |
Beim Compound ist der Klicker nicht verboten, sondern schlicht überflüssig. Dessen Auszug endet ohnehin an einem festen Anschlag, die Auszugslänge ist also bei jedem Schuss gleich.
Beim Blankbogen lohnt der genaue Blick in die Ausschreibung. In den Klassen der World Archery ist eine Auszugskontrolle ausgeschlossen, dort ist der Klicker damit tabu. Unter IFAA-Regeln wird das nicht überall gleich gehandhabt, aufgeklebte Knacklösungen sind bei Wettkämpfen schon durch die Materialkontrolle gegangen. Verlass dich deshalb nicht auf den Klassennamen, sondern frag vor dem Turnier nach.
Welche Klassen es überhaupt gibt und warum die Regeln je nach Verband abweichen, steht im Beitrag zu den Bogenklassen.
Fazit
Der Button ist ein Einstellwerkzeug, der Klicker eine Messhilfe, und beide kommen nicht am ersten Tag an den Bogen. Wenn du jetzt einen Button montierst, fang mit der Centerstellung und einer mittleren Feder an und ändere danach immer nur eine Sache auf einmal. Und wenn dein Visier in letzter Zeit nie dort blieb, wo du es hingestellt hast, dreh zuerst den Buttonstift heraus und sieh ihn dir an.
Häufige Fragen
Wozu braucht man einen Button am Bogen?
Der Button, englisch Plunger, sitzt über der Pfeilauflage im Mittelteil und hält den Pfeil vom Bogenfenster weg. Beim Lösen gibt er seitlich nach und federt die Bewegung ab, mit der sich der Pfeil um das Griffstück biegt. Damit beeinflusst er den Pfeilflug erheblich. Gebraucht wird er nur bei Recurvebögen mit Mittelteil aus Metall, weil nur dort ein Bogenfenster eingeschnitten ist.
Wie stellt man die Höhe des Buttons ein?
Gar nicht am Button selbst. Er wird ins Gewinde am Griffstück geschraubt und sitzt damit fest. Die Höhe stellst du vollständig über die Pfeilauflage ein, bis der Buttonstift auf halber Höhe des Pfeils anliegt. Bei Auflagen zum Kleben zeichnest du die Höhe vorher an, magnetische Auflagen haben dafür Stellschrauben.
Wie hart sollte der Button eingestellt sein?
Als Ausgangswert eine mittlere Feder bei mittlerer Vorspannung. Von dort wird nach dem Pfeilflug korrigiert. Reagieren die Pfeile zu hart, stellst du den Button weicher, reagieren sie zu weich, härter. Je härter der Button steht, desto deutlicher zeigen sich Fehler beim Lösen. Die Härte, mit der du sauber schießen kannst, ist damit auch ein Maß für deine Lösetechnik.
Braucht ein Anfänger einen Klicker?
Nein, am Anfang nicht. Zuerst sollten Stand, Griff und Auszug sitzen, das dauert meist sechs bis zwölf Monate. Bis etwa 30 bis 50 Meter erzielst du auch ohne Klicker gute Ergebnisse. Erst darüber wirken sich kleine Unterschiede in der Auszugslänge deutlich aus. Rechne damit, dass dein Niveau nach dem Umstieg zunächst abfällt, bevor es über den alten Stand hinausgeht.
Warum klickt es beim Schießen bergauf nicht?
Weil man bergauf unwillkürlich weniger weit auszieht. Die Haltung ändert sich, und damit fehlen die letzten Millimeter bis zum Klick. Wer dann mit Gewalt nachzieht, schießt irgendwann durch den Klicker hindurch und beschädigt die Befiederung. Hilfreich ist ein zweiter Klicker, der bereits im Anker auslöst und dir zeigt, ob deine Haltung überhaupt stimmt.
In welchen Bogenklassen ist ein Klicker erlaubt?
In der Recurveklasse ja, dort gehört er zur üblichen Ausstattung. In der Blankbogenklasse der World Archery ist er verboten, weil er eine Auszugskontrolle ist. Unter IFAA-Regeln wird das nicht überall gleich gehandhabt, frag vor dem Turnier nach. Am Compoundbogen ist er sinnlos, denn dessen Auszug endet ohnehin an einem festen Anschlag. Was in welcher Klasse erlaubt ist, hängt zusätzlich vom Verband ab, unter dessen Ausschreibung du startest.