Bogenvisier einstellen: Grundeinstellung, Einschießen und Visierskala
Visier am Recurvebogen und Compoundbogen montieren, grob ausrichten und auf 10 Meter einschießen. Mit der Regel folge dem Pfeil und einer eigenen Visierskala.
Inhaltsverzeichnis 13 Abschnitte
- Was ein Visier am Bogen überhaupt macht
- Brauchst du überhaupt ein Visier?
- Recurve oder Compound: zwei Bauarten
- Erst den Bogen einstellen, dann das Visier
- Das Visier montieren und grob ausrichten
- Die Grundregel: folge dem Pfeil
- Schritt für Schritt: das Visier auf 10 Meter einschießen
- Höher heißt näher, tiefer heißt weiter
- Die Visierskala: Marken für jede Entfernung
- Was die Regelwerke erlauben
- Die häufigsten Fehler beim Visiereinstellen
- Worauf du beim Kauf achtest
- Fazit
Ein Bogenvisier nimmt dir das Zielen nicht ab, es macht deinen Schuss wiederholbar. Eingestellt wird es nach einer einzigen Regel. Das Visierkorn wandert immer in die Richtung, in der der Pfeil in der Scheibe steckt. Sitzt er zu hoch, schiebst du das Korn nach oben, sitzt er zu weit links, schiebst du es nach links.
Dieser Ratgeber geht den Weg von vorn durch, vom Anschrauben über die grobe Ausrichtung vor dem ersten Schuss bis zur eigenen Skala für mehrere Entfernungen. Beschrieben ist der Recurvebogen, und an den Stellen, an denen der Compoundbogen abweicht, steht das ausdrücklich dabei.
Was ein Visier am Bogen überhaupt macht
Wer schon einmal mit einem Luftgewehr geschossen hat, kennt Kimme und Korn. Beide sitzen fest auf dem Lauf, und wer sie zur Deckung bringt, zielt richtig. Am Bogen gibt es davon nur die Hälfte. Das Visier ist das Korn, die Kimme bist du. Sie entsteht dort, wo deine Zughand beim Ausziehen im Gesicht zur Ruhe kommt, am sogenannten Ankerpunkt.
Daraus folgt der wichtigste Satz über Visiere. Ein Visier macht dich nicht genauer, es macht dich wiederholbar. Wandert dein Ankerpunkt von Schuss zu Schuss um einen Zentimeter, verschiebt sich damit die halbe Zielvorrichtung, und keine Einstellung am Korn gleicht das aus. Wie du diesen Punkt stabil bekommst, steht im Beitrag zum Schussablauf. Hier geht es um das Material, dort um die Bewegung.
Aufgebaut ist ein Visier immer gleich, egal wie teuer es war.
- Anbaublock: das Teil, mit dem das Visier am Mittelteil des Bogens verschraubt wird. Die Gewinde dafür heißen Bushings und sind ab Werk vorhanden.
- Ausleger: ein Stab, der vom Anbaublock nach vorn zeigt und den Visierkopf trägt. Je weiter vorn der Kopf sitzt, desto größer wird der Abstand zwischen deinem Auge und dem Korn, und desto feiner lässt sich zielen.
- Visierschiene: die senkrechte Stange, an der der Visierkopf nach oben und unten wandert. Auf ihr sitzt die Skala.
- Visierkopf oder Korn: der Teil, durch den du das Ziel erfasst. Das kann ein schlichtes Kreuz sein, ein Leuchtpin oder am Compoundbogen eine kleine Optik.
Brauchst du überhaupt ein Visier?
Nicht jeder Bogen trägt eines. Am Langbogen und am Reiterbogen ist ein Visier unüblich, dort wird nach Gefühl gezielt. Wie das funktioniert und warum es länger dauert, bis die Pfeile eng beieinander sitzen, steht im Beitrag zum intuitiven Bogenschießen.
Ein Visier lohnt sich, sobald du auf feste Entfernungen schießt und wissen willst, ob eine Veränderung an Technik oder Material etwas gebracht hat. Es liefert dir einen Bezugspunkt, der sich nicht von selbst verschiebt. Ohne ihn lässt sich kaum unterscheiden, ob der Pfeil wegen des Materials danebengeht oder wegen des Schützen.
Recurve oder Compound: zwei Bauarten
Beim Blick in die Auslage fällt der Unterschied sofort auf. Visiere für den Recurvebogen sind schmal gebaut und ihre Ausleger oft durchbohrt, was Gewicht spart. Ausleger für den Compoundbogen wirken dagegen massiv, und das hat einen Grund. Sie müssen die Erschütterungen eines Bogens mit 50 lbs Zuggewicht und mehr aushalten, ohne sich zu verziehen.
Am Recurvebogen sitzt im Kopf häufig ein Leuchtpin. Das ist ein kurzer Stab aus lichtleitendem Kunststoff, der Umgebungslicht sammelt und als heller Punkt im Zielbild erscheint. In einer schlecht beleuchteten Halle ist das ein spürbarer Unterschied. Der Pin steckt meist in einem runden Visiertunnel, der das Ziel einrahmt und dir dabei hilft, den Kopf immer gleich zu halten.
Am Compoundbogen sieht derselbe Bereich deutlich technischer aus. Drei Bauteile kommen dort dazu.
- Scope: eine Optik mit Vergrößerungslinse anstelle des einfachen Pins. Für den Anfang gilt eine niedrige Vergrößerung als sinnvoller, weil ein stark vergrößertes Zielbild jede Bewegung mitvergrößert und schwer im Fokus zu halten ist.
- Libelle: eine kleine Wasserwaage im Visierkopf. Sie zeigt an, ob der Bogen wirklich senkrecht steht. Auf weite Entfernungen und im hängigen Gelände wandert der Treffpunkt sonst seitlich weg, ohne dass du im Schuss etwas davon merkst.
- Peep-Sight: ein kleiner Ring, der in die Bogensehne eingeflochten wird. Du schaust beim Ankern hindurch auf das Korn, und damit hat der Compoundbogen eine echte Kimme.

Ein Compoundvisier auf einem Carbonausleger. Zu sehen sind das Scope mit dem roten Pin, die Libelle darunter, die Rändelschrauben für die Feinverstellung und zwei Dämpfer, die Schwingungen aus dem Visier nehmen
Die Höhe des Peeps hängt an deinem Ankerpunkt und wird für jeden Schützen einzeln bestimmt. Eingeflochten wird es im Fachgeschäft, denn dafür muss die Sehne entspannt und der Bogen in eine Bogenpresse. Was sonst noch am Compoundbogen eingestellt werden will, steht dort ausführlich.
Erst den Bogen einstellen, dann das Visier
Das Visier ist der letzte Handgriff, nicht der erste. Es zeigt nur an, wohin der Pfeil geht, und es kann nichts geradebiegen. Stimmt am Bogen etwas nicht, schießt du diesen Fehler mit der Visiereinstellung fest und musst später von vorn anfangen. In dieser Reihenfolge wird gearbeitet.
- Standhöhe: der Abstand zwischen Sehne und Griffstück am nicht ausgezogenen Bogen. Sie steht in der Herstellerangabe zum Bogen und wird über das Eindrehen der Sehne eingestellt.
- Nockpunkt: die Stelle auf der Sehne, an der der Pfeil eingehängt wird. Sitzt sie zu hoch oder zu tief, schlägt der Pfeil beim Verlassen des Bogens aus. Wie du sie setzt, steht im Beitrag zum Nockpunkt.
- Center-Shot: die seitliche Lage des Pfeils zur Sehne. Eingestellt wird sie über die Pfeilauflage und, falls vorhanden, über den Button.
- Tiller: das Kräfteverhältnis zwischen oberem und unterem Wurfarm. Was er bewirkt und wann du ihn anfassen solltest, klärt der Beitrag zum Tiller.
- Visier.
Schießt du sportlich, kommen Button und Klicker dazu, und auch die gehören vor das Visier. Der Klicker legt fest, wie weit du ausziehst, und damit verändert er die Flugbahn. Wer ihn nachträglich montiert, schießt sein Visier ein zweites Mal ein.
Das Visier montieren und grob ausrichten
Verschraubt wird der Anbaublock in den Bushings am Mittelteil, meist oberhalb des Bogenfensters. Den Ausleger schiebst du so weit nach vorn, wie es dein Verband erlaubt und wie es sich stabil anfühlt. Der größere Abstand zwischen Auge und Korn macht das Zielbild ruhiger.
Danach kommt die Grobeinstellung, und die ist der Schritt, den die meisten Anleitungen überspringen. Sie spart dir ein Dutzend Pfeile im Sand neben der Scheibe.
Die Seite: Dafür musst du den Bogen nicht ausziehen. Leg einen Pfeil auf, halte den Bogen vor dich und peile von hinten so über die Sehne, dass sie über der Pfeilspitze liegt. Auf genau dieser Linie muss auch das Visierkorn stehen. Schieb es so weit nach innen oder außen, bis Sehne, Pfeilspitze und Korn eine Gerade bilden. Damit steht die seitliche Richtung ungefähr. Im Vollauszug siehst du dieselbe Linie später als unscharfen Streifen neben dem Ziel, dafür gibt es den Begriff Sehnenbild oder Sehnenschatten.

Derselbe Visierkopf aus der Blickrichtung des Schützen. Der Pin steht frei im Ring, darunter sitzt die Libelle. Am Recurvevisier siehst du an dieser Stelle dasselbe Bild, nur ohne Linse und ohne Libelle
Die Höhe: Miss im Ankerpunkt den Abstand von deinem Auge senkrecht hinunter zum Pfeil. Bei den meisten Schützen sind das 8 bis 12 Zentimeter. Genau diesen Abstand überträgst du auf den Bogen. Das Korn sitzt am nicht ausgezogenen Bogen so weit über der Pfeilauflage, wie dein Auge über dem Pfeil liegt.
Die Grundregel: folge dem Pfeil
Ab hier entscheidet nur noch, wo die Pfeile stecken. Die Regel dafür lautet „folge dem Pfeil“, und sie gilt für beide Achsen.
| Wo die Gruppe sitzt | Wohin das Visierkorn wandert |
|---|---|
| zu hoch | nach oben |
| zu tief | nach unten |
| zu weit rechts | nach rechts |
| zu weit links | nach links |
Der erste Reflex sagt das Gegenteil, und deshalb ist das die Stelle, an der Einsteiger ihr Visier in die falsche Richtung schieben. Der Grund liegt in dem, was du nach der Verstellung tust. Schiebst du das Korn nach oben, musst du den Bogen beim nächsten Schuss senken, um das Ziel wieder ins Korn zu bekommen. Diese Ausgleichsbewegung schickt den Pfeil tiefer. Nicht die Verstellung selbst verlegt den Treffpunkt, sondern deine Reaktion darauf.
Schritt für Schritt: das Visier auf 10 Meter einschießen
Ich empfehle für den Anfang immer 10 Meter. Auf kurzer Distanz fällt jeder Technikfehler kleiner aus, die Pfeile liegen enger beieinander, und du erkennst schneller, ob eine Korrektur gewirkt hat.
- Stell dich auf 10 Meter und richte das Visier grob aus, wie im Abschnitt darüber beschrieben.
- Schieß eine Gruppe von drei bis fünf Pfeilen. Ziel dabei jedes Mal in die Mitte, auch wenn die ersten Pfeile weit danebengehen. Zielst du auf die Abweichung, misst du deine eigene Korrektur mit.
- Sieh dir die Gruppe an, nicht den einzelnen Pfeil. Liegen die Pfeile weit auseinander, sagt ihre Lage nichts über das Visier aus. Dann übe erst den geraden Schuss weiter.
- Korrigiere eine Achse. Ob du mit Höhe oder Seite anfängst, bleibt dir überlassen. Beides in einem Durchgang zu verstellen kostet dich nur die Übersicht, welche Änderung gewirkt hat.
- Schieß die nächste Gruppe und vergleiche sie mit der vorigen.
- Wiederhole das, bis die Gruppe verlässlich in der Mitte sitzt.
Erst danach gehst du weiter nach hinten, in Schritten von fünf oder zehn Metern. Für jede neue Entfernung beginnt derselbe Ablauf von vorn, nur dass du diesmal einen Wert notierst.
Höher heißt näher, tiefer heißt weiter
Die Höhe an der Schiene entspricht der Entfernung, und der Zusammenhang läuft andersherum, als viele erwarten. Für ein nahes Ziel sitzt das Korn hoch an der Schiene, für ein weit entferntes tief. Auch das folgt aus der Ausgleichsbewegung. Ein tiefes Korn zwingt dich, den Bogen anzuheben, und der Pfeil fliegt in einem größeren Winkel los, also weiter.
Auf 70 Metern, der olympischen Entfernung, ist das Korn deshalb ganz unten angekommen. Irgendwann endet der Verstellweg schlicht. Wer dort anschlägt, braucht eine flachere Flugbahn, und die entsteht über ein höheres Zuggewicht oder leichtere Pfeile. Für den Einstieg ist das kein Thema, wohl aber ein Grund, beim Kauf auf eine ausreichend lange Visierschiene zu achten, falls größere Entfernungen geplant sind.
Die Visierskala: Marken für jede Entfernung
Auf der Visierschiene sitzt eine Skala. Ihr Zweck ist einfach. Statt auf jeder neuen Entfernung von vorn einzuschießen, stellst du den notierten Wert ein und triffst ab dem ersten Pfeil.
Führ dafür ein kleines Schießbuch und notiere zu jeder Entfernung den Skalenwert. Für Einsteiger sind das anfangs 10 und 18 Meter, letzteres ist die übliche Hallendistanz. Im Freien kommen 30, 50 und 70 Meter dazu. Notiere gleich mit, welche Pfeile du geschossen hast, denn die Marke gilt immer nur für diese Kombination aus Bogen, Sehne und Pfeil.
Vier Dinge machen eine Skala ungültig, und alle vier passieren im Lauf einer Saison.
- Du schießt andere Pfeile, mit anderem Gewicht oder anderer Länge.
- Du montierst eine neue Sehne. Schon wenige Millimeter Unterschied in der Standhöhe verlegen den Treffpunkt.
- Du wechselst die Wurfarme oder das Zuggewicht.
- Du tauschst die Pfeilauflage. Warum danach in jedem Fall neu eingeschossen wird, steht im Beitrag zur Pfeilauflage.
Was die Regelwerke erlauben
Sobald du im Verein oder auf einem Turnier schießt, gibt es Grenzen für das, was am Bogen sitzen darf. Nach dem Reglement des Deutschen Schützenbundes darf der Leuchtpin am Recurvevisier höchstens 2 Zentimeter lang sein. Ein längerer Stab würde im Blickfeld wie eine zweite Marke wirken und damit dieselbe Hilfe geben wie Kimme und Korn zusammen, und genau das soll die Recurveklasse nicht bieten. Beim Compoundbogen ist dort nur ein einziger Zielpunkt zugelassen.
Im Gelände und beim 3D-Schießen wird das anders gehandhabt. Nach dem Reglement des Deutschen Feldbogen Sportverbandes sind in mehreren Klassen Visiere mit mehreren Pins erlaubt, die als Entfernungshilfe dienen. Jeder Pin steht dort für eine Entfernung, und du wählst beim Zielen den passenden aus, statt den Visierkopf zu verstellen.

Ein 5-Pin-Visier am Compoundbogen. Jeder Pin lässt sich einzeln in der Höhe einstellen und steht damit für eine andere Entfernung. Die Fiberglasfasern enden in den sichtbaren Pins, die Umgebungslicht oder alternativ eine aufgesteckte Beleuchtung als Lichtquelle aufnehmen und als leuchtenden Punkt darstellen
Was in deiner Klasse gilt, hängt vom Verband und von der Wettkampfklasse ab, und beides ändert sich gelegentlich. Vor dem ersten Turnier lohnt sich deshalb ein Blick in die Ausschreibung.
Die häufigsten Fehler beim Visiereinstellen
- Nach jedem Pfeil verstellen. Ein einzelner Pfeil ist Zufall. Verstellt wird erst, wenn eine Gruppe von drei bis fünf Pfeilen stabil an derselben falschen Stelle sitzt.
- Zu viel auf einmal verstellen. Kleine Schritte, eine Achse pro Durchgang. Sonst pendelst du um die Mitte herum, ohne sie zu treffen.
- Am Visier korrigieren, wo die Technik wandert. Wenn die Pfeile nicht eng beieinander liegen, ist die Einstellung nicht das Problem. Häufigste Ursache ist ein zu hohes Zuggewicht, das dich in Ausweichbewegungen zwingt.
- Die Schrauben nicht kontrollieren. Jeder Schuss erschüttert das Visier. Am Anbaublock und am Visierkopf lösen sich Schrauben mit der Zeit, und günstige Modelle verstellen sich dadurch von selbst. Ein kurzer Griff vor dem Training genügt.
- Das Licht unterschätzen. Viele Schützen berichten, dass ihre Treffer bei greller Sonne tiefer und bei trübem Wetter höher sitzen. Das liegt am veränderten Zielbild und nicht am Wetter selbst. Betrachte es als Erfahrungswert, den du für dich notierst, nicht als Regel.
Worauf du beim Kauf achtest
Ein brauchbares Visier erkennst du an der Wiederholgenauigkeit. Die Probe dafür dauert im Laden zehn Sekunden. Verstell die Höhe um vier Klicks nach oben und wieder vier zurück. Landet der Zeiger exakt auf demselben Wert, taugt die Mechanik. Bleibt ein Rest, wirst du diesen Rest bei jeder Entfernung mitschleppen.
Zwei weitere Punkte lohnen einen Gedanken. Ein Schnellverschluss für Höhe und Seite lässt sich ohne Werkzeug bedienen und ist beim Feldbogenschießen kaum zu ersetzen, wo sich die Entfernung an jeder Station ändert. Und eine ausreichend lange Visierschiene entscheidet darüber, ob du später auf 70 Meter überhaupt noch eine Marke findest.
Bei den Preisen bewegst du dich in drei Stufen. Einfache Visiere beginnen bei 30 bis 50 Euro und neigen dazu, sich durch die Erschütterungen selbst zu verstellen. Ab etwa 100 bis 150 Euro bekommst du eine Verstellung, die verlässlich zurückfindet. Turniervisiere liegen bei 200 bis 300 Euro und darüber, am Compoundbogen kommt für ein Scope noch einmal ein ähnlicher Betrag dazu. Wie sich das in die Gesamtausstattung einordnet, steht im Beitrag zu den Kosten beim Bogenschießen.
Fazit
Ein Visier einzustellen ist keine Rechenaufgabe, sondern ein Ablauf aus wenigen Schritten. Bogen zuerst, Visier zuletzt, grob ausrichten über Sehnenbild und Augenabstand, dann auf 10 Meter mit Gruppen von drei bis fünf Pfeilen einschießen und dabei immer dem Pfeil folgen. Nimm dir für den ersten Durchgang eine ganze Trainingseinheit Zeit und notiere den Skalenwert, sobald die Gruppe sitzt. Diese eine Zahl erspart dir beim nächsten Mal das halbe Programm.
Häufige Fragen
In welche Richtung muss ich das Visier verstellen?
Immer dorthin, wo der Pfeil steckt. Sitzt die Gruppe zu weit rechts, schiebst du das Visierkorn nach rechts, sitzt sie zu tief, schiebst du es nach unten. Das fühlt sich falsch an, stimmt aber. Du richtest den Bogen anschließend neu aus, um das Ziel wieder ins Korn zu bekommen, und genau diese Ausgleichsbewegung verlegt den Treffpunkt.
Auf welche Entfernung schießt man das Visier ein?
Für den Anfang auf 10 Meter. Auf kurzer Distanz fallen Technikfehler kleiner aus, und du siehst schneller, ob eine Korrektur gewirkt hat. Sitzt die Gruppe dort verlässlich in der Mitte, arbeitest du dich in Schritten nach hinten vor und notierst dir für jede Entfernung den Wert an der Skala.
Wo setze ich das Visier vor dem ersten Schuss hin?
Für die Seite brauchst du den Bogen nicht auszuziehen. Peile über die Sehne, bis sie über der Pfeilspitze liegt, und schieb das Korn auf dieselbe Linie. Für die Höhe misst du den Abstand von deinem Auge bis hinunter zum Pfeil, während du im Gesicht ankerst. Dieser Abstand liegt meist bei 8 bis 12 Zentimetern, und so weit über der Pfeilauflage sitzt das Korn am nicht ausgezogenen Bogen.
Was ist ein Peep-Sight?
Ein kleiner Ring, der in die Bogensehne eingeflochten wird und durch den du beim Ankern hindurchschaust. Er übernimmt am Compoundbogen die Rolle der Kimme und macht den Ankerpunkt überprüfbar. Die Höhe hängt von deinem Ankerpunkt ab und wird individuell ermittelt, das Einflechten gehört ins Fachgeschäft.
Was kostet ein Bogenvisier?
Einfache Modelle beginnen bei 30 bis 50 Euro, neigen aber dazu, sich durch die Erschütterungen beim Schuss selbst zu verstellen. Ab etwa 100 bis 150 Euro bekommst du eine Verstellung, die zuverlässig an dieselbe Stelle zurückfindet. Turniervisiere liegen bei 200 bis 300 Euro und darüber.