Bogensport von Anfang an

Pfeil und Bogen – erklärt für alle, die gerade erst anfangen

Kein Fachchinesisch, kein Shop. Nur die Fragen, die sich am Anfang wirklich stellen: Welcher Bogen? Wie viel Zuggewicht? Wo fange ich an – und was kostet das?

Illustration: Ein Bogenschütze mit Rückenköcher steht auf einer Wiese und zieht einen traditionellen Bogen aus

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Häufige Fragen

Welcher Bogen ist der richtige für mich?

Für die allermeisten Einsteiger ist ein dreiteiliger Recurvebogen die sinnvollste Wahl, ein sogenannter Take-Down-Bogen. Er besteht aus einem Mittelstück und zwei Wurfarmen. Wird dir das Zuggewicht später zu leicht, tauschst du nur die Wurfarme und behältst den Rest. Ein Mittelstück in Einsteigerqualität liegt bei etwa 150 bis 200 Euro, ein Paar Wurfarme bei 100 bis 150 Euro. Wer es von Anfang an traditionell mag, nimmt einen Langbogen, wer die Technik des Zielens mit Visier und Release sucht, einen Compoundbogen.

Was ist der Unterschied zwischen Recurvebogen, Langbogen und Compoundbogen?

Der Recurvebogen hat nach vorn gebogene Wurfarmenden, ist meist dreiteilig und lässt sich mit Visier und Stabilisatoren zum Sportgerät ausbauen. Der Langbogen ist die einfachste Bauform, gerade oder leicht D-förmig, ohne Auflagepunkt für ein Visier, und wird instinktiv geschossen. Der Compoundbogen arbeitet mit Umlenkrollen an den Wurfarmenden. Sie nehmen dir im Vollauszug einen großen Teil der Kraft ab, sodass du länger ruhig zielen kannst. Dafür ist er technisch der aufwendigste der drei.

Wie viel Zuggewicht braucht ein Anfänger?

Am Recurvebogen sind 15 bis 25 lbs für Frauen und 20 bis 28 lbs für Männer ein guter Start, am Compoundbogen 25 bis 35 lbs beziehungsweise 35 bis 45 lbs Peak Weight. Mindestens die Hälfte aller Einsteiger greift zu hoch, und ein zu schwerer Bogen bringt dir Technikfehler bei, die du später mühsam wieder loswirst. Steigern kannst du immer noch, sinnvoll sind höchstens 2 lbs im Monat.

Was bedeutet lbs beim Bogen?

lbs ist die Abkürzung für Pfund, die Einheit des Zuggewichts. Ein Pfund entspricht etwa 0,45 Kilogramm, ein Bogen mit 20 lbs verlangt also ungefähr die Kraft, einen vollen Wassereimer von 9 Kilogramm anzuheben. Wichtig ist der Aufdruck auf dem Wurfarm: Die Angabe gilt immer für einen Auszug von 28 Zoll. Ziehst du weiter aus, kommen pro Zoll etwa 1 bis 2 lbs dazu.

Welche Bogenlänge passt zu mir?

Nicht die Körpergröße entscheidet, sondern deine Auszugslänge. Zwei Menschen mit 175 cm können zwischen 27 und 30 Zoll auseinanderliegen. Am sportlichen Recurvebogen ist 68 Zoll der Standard für Erwachsene und deckt Körpergrößen von etwa 165 bis 185 cm ab. Traditionelle Recurvebögen sind mit 60 bis 62 Zoll kürzer, englische Langbögen mit 70 bis 78 Zoll deutlich länger. Miss also zuerst deinen Auszug, dann steht die Bogenlänge fast von selbst fest.

Welchen Spinewert brauchen meine Pfeile?

Der Spinewert beschreibt, wie stark sich ein Pfeilschaft durchbiegt, angegeben in Tausendstel Zoll. Eine hohe Zahl bedeutet einen weichen Pfeil: Ein 340er ist deutlich steifer als ein 700er. Welcher Wert passt, hängt am Zuggewicht, an der Pfeillänge, am Spitzengewicht und am Bogentyp zusammen. Ein Zoll mehr Pfeillänge wirkt dabei wie 5 lbs weniger Bogen. Im Zweifel lieber etwas steifer wählen, denn ein zu weicher Pfeil kann an einem starken Bogen brechen.

Ab welchem Alter können Kinder mit dem Bogenschießen anfangen?

Die meisten Vereine nehmen Kinder ab 8 bis 10 Jahren auf, weil Koordination und Konzentration dann für ein sauberes Techniktraining reichen. Spielerisch und unter Aufsicht geht es mit einem leichten Bogen schon ab etwa 6 Jahren, vorausgesetzt, das Schussfeld ist vollständig gesichert. Beim Zuggewicht liegen 8- bis 10-Jährige bei 8 bis 14 lbs. Entscheidend ist aber nicht die Tabelle, sondern der Test: Das Kind muss den Bogen zehnmal hintereinander ausziehen können, ohne dass die Schulter hochgeht.