Ist die Armbrust eine Waffe? Waffenschein, Alter und was erlaubt ist

Die Armbrust ist rechtlich eine Waffe, einen Waffenschein brauchst du trotzdem nicht. Was das Waffengesetz sagt, ab welchem Alter du kaufen darfst und was gilt.

Compoundarmbrust mit Zielfernrohr, an einen Baumstumpf gelehnt, im Hintergrund Wiese und Gebüsch
Inhaltsverzeichnis 8 Abschnitte
  1. Ist die Armbrust eine Waffe?
  2. Warum der Bogen keine Waffe ist, die Armbrust aber schon
  3. Brauchst du einen Waffenschein?
  4. Ab welchem Alter darfst du eine Armbrust kaufen?
  5. Was beim Schießen gilt
  6. Darfst du mit der Armbrust jagen?
  7. Und was heißt das jetzt für dich?
  8. Fazit

Ja, die Armbrust ist in Deutschland rechtlich eine Waffe. Anlage 1 des Waffengesetzes führt sie als einen den Schusswaffen gleichgestellten Gegenstand. Einen Waffenschein brauchst du trotzdem nicht, denn dieselbe Rechtsgrundlage stellt Armbrüste an anderer Stelle ausdrücklich frei. Kaufen, besitzen und mitführen darfst du sie ab 18 Jahren ohne behördliche Erlaubnis.

Das klingt widersprüchlich und ist es nicht. Dieser Beitrag geht die drei Fragen der Reihe nach durch, also ob die Armbrust eine Waffe ist, was du für sie brauchst und was beim Schießen gilt. Er erklärt außerdem, warum für den Bogen etwas anderes gilt, denn das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen im Netz ungenau werden.

Ist die Armbrust eine Waffe?

Ja. Das Waffengesetz kennt neben den Schusswaffen eine zweite Gruppe, die den Schusswaffen gleichgestellten Gegenstände, und dort steht die Armbrust in Anlage 1. Sie fällt damit unter dasselbe Gesetz wie ein Gewehr, obwohl sie keine Munition im üblichen Sinn verschießt und ohne Treibladung auskommt.

Praktisch bedeutet die Einstufung zweierlei. Erstens gilt für die Armbrust die Altersgrenze des Waffengesetzes. Zweitens greifen die allgemeinen Regeln für den Umgang mit Waffen, etwa das Verbot, sie zu öffentlichen Veranstaltungen mitzunehmen, und die Vorschriften in Waffenverbotszonen. Was sie nicht bedeutet: dass du eine Erlaubnis bräuchtest.

Warum der Bogen keine Waffe ist, die Armbrust aber schon

Das ist die Frage, die im Fachgeschäft am häufigsten kommt, und die Antwort ist erstaunlich konkret. Sie hängt an einem einzigen technischen Merkmal.

Eine Armbrust kann die Spannung festhalten. Du spannst die Sehne einmal, ein mechanisches Schloss hält sie, und ab da liegt das Gerät schussbereit da, ohne dass jemand Kraft aufwendet. Es kann stundenlang so liegen bleiben, und ein Fingerdruck genügt.

Ein Bogen kann das nicht. Die Energie steckt in den Wurfarmen nur so lange, wie der Schütze sie mit dem eigenen Arm hält, und das sind wenige Sekunden. Lässt er los, ist die Spannung und somit die gespeicherte Energie sofort weg. Es gibt keine Vorrichtung, die den Auszug für ihn arretiert.

Genau dieses Schloss, also die mechanische Sicherung, die die gespeicherte Energie festhält, ist das Unterscheidungsmerkmal. Ein Bogen ist deshalb rechtlich ein Sportgerät, mit allen Folgen. Kein Waffenschein, keine Waffenbesitzkarte, keine behördliche Erlaubnis und auch keine gesetzliche Altersgrenze. Wie sich die beiden im Schießen unterscheiden, steht im Beitrag Armbrust oder Bogen. Hier geht es um das Recht, dort um die Technik.

Nebenbei beantwortet das auch eine verwandte Frage. Ein Release am Compoundbogen, also der mechanische Auslöser, macht daraus keine Armbrust. Er speichert keine Energie, sondern hält nur die Sehne, solange der Schütze zieht. Setzt er ab, ist die Spannung weg.

Brauchst du einen Waffenschein?

Nein, und das steht ausdrücklich im Gesetz. Anlage 2 des Waffengesetzes listet in einem eigenen Abschnitt die erlaubnisfreien Arten des Umgangs auf, und Armbrüste sind dort gleich mehrfach genannt:

  • unter Nummer 1.8 für den Erwerb und Besitz
  • unter Nummer 3.2 für das Führen
  • unter Nummer 7.7 für das Verbringen und die Mitnahme

Die zweite Zeile ist die überraschende. Führen bedeutet im Waffenrecht, die tatsächliche Gewalt über eine Waffe außerhalb der eigenen Wohnung oder des eigenen Grundstücks auszuüben, und genau dafür gibt es sonst den Waffenschein. Bei der Armbrust ist auch das erlaubnisfrei.

Daraus folgt aber keine Freiheit, damit herumzulaufen. Die Erlaubnisfreiheit sagt nur, dass du kein Dokument brauchst. Sie setzt weder das Verbot außer Kraft, Waffen zu öffentlichen Veranstaltungen mitzunehmen, noch die Regeln in Waffenverbotszonen, und sie ändert nichts daran, dass du für jeden Bolzen haftest.

Ab welchem Alter darfst du eine Armbrust kaufen?

Ab dem vollendeten 18. Lebensjahr. Das Waffengesetz lässt den Umgang mit Waffen grundsätzlich erst ab diesem Alter zu, und die Armbrust ist eine.

Beim Kauf im Internet wird das geprüft, meist auf einem von zwei Wegen. Entweder du schickst dem Händler vorab eine Ausweiskopie, oder die Sendung geht mit einer Altersprüfung des Paketdienstes hinaus, dann sieht der Zusteller bei der Übergabe den Ausweis an. Beides ist der Normalfall und kein Sonderweg.

Hier liegt der auffälligste Unterschied zum Bogensport. Für Sportbögen gibt es keine gesetzliche Altersgrenze. Viele Händler geben sie trotzdem freiwillig erst ab 18 ab, und Kinderbögen sind ein eigener Markt. Das ist eine Entscheidung der Händler, keine Vorschrift.

Was beim Schießen gilt

Erlaubnisfrei heißt nicht überall erlaubt. Für den Ort gelten dieselben Überlegungen wie beim Bogen, und sie sind der eigentlich wichtige Teil.

  • Der Hintergrund muss sitzen. Ein Bolzen bleibt hinter dem Ziel nicht stehen. Was hinter der Scheibe liegt, entscheidet darüber, ob der Platz taugt, nicht die Entfernung davor.
  • Fremdes Gelände nur mit Erlaubnis des Eigentümers, und zwar ausdrücklich. Wald, Feld und Wiese sind kein Freibrief.
  • Auf dem eigenen Grundstück hängt es an der vollständigen Absicherung und am Landesrecht. Wo du beim Bogenschießen worauf achten musst, klärt der Beitrag Wo darf ich Bogenschießen. Die Überlegungen gelten bei der Armbrust genauso, mit dem Zusatz, dass hier eine Waffe im Sinne des Gesetzes im Spiel ist.
  • Nie auf Menschen oder Tiere, auch nicht ungespannt und auch nicht im Spaß.

Auf einer Bogensportanlage darfst du übrigens nicht selbstverständlich mit der Armbrust schießen. Das entscheidet der Betreiber, und viele Vereine lassen es aus Rücksicht auf ihre Scheiben nicht zu, weil Bolzen anders eindringen als Pfeile. Frag vorher.

Darfst du mit der Armbrust jagen?

Diese Frage kommt häufig, und die Antwort ist zweigeteilt.

Auf Bundesebene ist ein Teil eindeutig geregelt. § 19 des Bundesjagdgesetzes verbietet ausdrücklich, mit Bolzen oder Pfeilen auf Schalenwild, Wölfe und Seehunde zu schießen, und zwar auch als Fangschuss. Für die größten Wildarten ist die Frage damit beantwortet, und sie ist es für Bogen und Armbrust gleichermaßen.

Alles Weitere steht in den Jagdgesetzen der Länder, und die fallen unterschiedlich aus. Wer mit dem Gedanken spielt, muss das Landesrecht prüfen und braucht ohnehin einen Jagdschein. Für die Zielgruppe dieser Seite ist das Thema damit erledigt. Es geht hier um Sport auf der Scheibe und auf dem Parcours.

Und was heißt das jetzt für dich?

Wenn du zwischen Bogen und Armbrust schwankst, ist die Rechtslage selten der Grund, sich für das eine oder andere zu entscheiden. Beide sind zugänglich, bei der Armbrust kommt eine Altersgrenze dazu und die Einstufung als Waffe, die im Alltag vor allem heißt, dass du dich nicht dumm anstellen solltest.

Der praktische Unterschied liegt woanders, nämlich beim Schießen selbst. Was sich im Ablauf, in der Technik und im Sport unterscheidet, steht im Beitrag Armbrust oder Bogen. Und wenn du beim Bogen bleibst, sind die Sicherheitsregeln der nächste sinnvolle Schritt.

Fazit

Die Armbrust ist eine Waffe im Sinne des Waffengesetzes, für Erwerb, Besitz und Führen aber ausdrücklich erlaubnisfrei, und das ab 18 Jahren. Der Bogen ist dagegen ein Sportgerät, weil er die Spannung nicht mechanisch halten kann. Wer eine Armbrust kaufen will, muss also volljährig sein und sonst nichts vorlegen. Wichtiger als das Papier ist ohnehin der Platz. Kläre vor dem ersten Schuss, was hinter deiner Scheibe liegt.

Häufige Fragen

Braucht man für eine Armbrust einen Waffenschein?

Nein. Anlage 2 des Waffengesetzes führt Armbrüste unter den erlaubnisfreien Arten des Umgangs, sowohl für Erwerb und Besitz als auch für das Führen. Eine Erlaubnis der Behörde brauchst du dafür also nicht. Das ändert nichts daran, dass die Armbrust rechtlich eine Waffe ist und du für jeden Schuss haftest.

Ab welchem Alter darf man eine Armbrust kaufen?

Ab 18 Jahren. Das Waffengesetz lässt den Umgang mit Waffen grundsätzlich erst ab dem vollendeten 18. Lebensjahr zu. Beim Kauf im Internet wird das Alter geprüft, meist über eine Ausweiskopie oder eine Zustellung mit Altersprüfung durch den Paketdienst.

Warum ist der Bogen keine Waffe, die Armbrust aber schon?

Weil die Armbrust die Spannung mechanisch halten kann und der Bogen nicht. Eine gespannte Armbrust liegt schussbereit da, ohne dass jemand Kraft aufwendet. Ein Bogen muss von Hand ausgezogen und gehalten werden, die Energie ist sofort wieder weg, sobald der Schütze loslässt. An diesem Schloss hängt die Einstufung.

Darf man in Deutschland mit der Armbrust jagen?

Das Bundesjagdgesetz verbietet in § 19 ausdrücklich, mit Bolzen oder Pfeilen auf Schalenwild, Wölfe und Seehunde zu schießen. Alles Weitere regeln die Jagdgesetze der Länder, und die fallen unterschiedlich aus. Wer jagen will, muss das Landesrecht prüfen, ein Jagdschein allein genügt nicht.

Darf ich die Armbrust im Auto transportieren?

Für den Transport gibt es keine besondere Vorschrift, weil das Führen erlaubnisfrei ist. Sinnvoll ist trotzdem ein Koffer oder eine Tasche, und zwar aus einem praktischen Grund. Eine offen getragene Armbrust wird von Passanten leicht für ein Gewehr gehalten, und der Anruf bei der Polizei kostet alle Beteiligten einen unnötigen Nachmittag.

Bleibt eine Frage offen? Im Verein steht immer jemand daneben, der sie in zwei Sätzen beantwortet, und genau dort fängt der Sport an.

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