Der richtige Kinderbogen: Ein Ratgeber zu Alter, Größe und Zuggewicht
Kinderbogen finden: ab welchem Alter, welche Bogenlänge zur Körpergröße passt, welches Zuggewicht sicher ist und worauf Eltern beim Kauf achten sollten.
Inhaltsverzeichnis29 Abschnitte
- Ab welchem Alter können Kinder mit Bogenschießen beginnen?
- Die richtige Bogengröße ermitteln: Körpergröße und Auszugslänge bei Kindern
- Bogengröße nach Körpergröße
- Auszugslänge bei Kindern messen
- Zuggewicht für Kinder: Altersgerechte Empfehlungen
- Empfohlene Zuggewichte nach Alter und Geschlecht
- Zuggewicht testen: So erkennst du, ob es passt
- Welcher Bogentyp für Kinder? Recurve, Langbogen oder Compound
- Der Recurvebogen: der passende Kinderbogen für Einsteiger
- Langbogen: Traditionell und ursprünglich
- Compoundbogen: Die moderne Alternative für ältere Kinder
- Mitwachsende vs. einteilige Kinderbögen: Vor- und Nachteile
- Mitwachsende Bögen (Take-Down-Recurve)
- Einteilige Kinderbögen
- Kaufempfehlung
- Sicherheit beim Schießen: Darauf sollten Eltern achten
- Zubehör für Kinder: Armschutz, Fingerschutz und passende Pfeile
- Armschutz
- Fingerschutz
- Pfeile für den Kinderbogen: Material und Länge
- Weiteres Zubehör
- Häufige Fehler beim Kauf des ersten Kinderbogens
- Fehler 1: Zu hohes Zuggewicht gewählt
- Fehler 2: Falsche Bogengröße
- Fehler 3: Billigware ohne Qualität
- Fehler 4: Fehlende Schutzausrüstung
- Fehler 5: Keine professionelle Einführung
- Checkliste: Daran erkennst du den richtigen Kinderbogen
- Fazit
Mein Ratgeber liefert dir konkrete Orientierung, wenn du einen Kinderbogen suchst oder Hilfe bei der Auswahl benötigst. Du erfährst, welches Alter für den Einstieg geeignet ist, wie du die passende Bogengröße anhand der Körpergröße ermittelst und welches Zuggewicht sicher und altersgerecht ist. Mit diesen Informationen triffst du eine fundierte Kaufentscheidung, die deinem Kind einen guten Start in den Bogensport ermöglicht.
Ab welchem Alter können Kinder mit Bogenschießen beginnen?
Die meisten Bogensportvereine setzen ein Mindestalter von 8 bis 10 Jahren voraus. Diese Empfehlung basiert auf der motorischen Entwicklung. Kinder benötigen ein gewisses Maß an Koordination, Konzentrationsfähigkeit und Körperbeherrschung, um die Technik sauber zu erlernen.
Ein früher Einstieg ist grundsätzlich ab 6 Jahren möglich, allerdings solltest du hier zwischen Freizeitspaß und ernsthaftem Training unterscheiden. Für gelegentliches Schießen im Garten mit einem leichten Bogen gibt es keine strikten Altersgrenzen, vorausgesetzt, das Schussfeld ist vollständig gesichert. Geht es jedoch um strukturiertes Lernen im Verein mit dem Ziel, eine saubere Technik aufzubauen, sollte dein Kind mindestens 8 Jahre alt sein.
Entscheidend ist die körperliche Entwicklung. Das Kind muss in der Lage sein, den Bogen mehrfach hintereinander auszuziehen, ohne dabei zu ermüden oder zu zittern. Auch die geistige Reife zählt. Bogenschießen erfordert Disziplin, Geduld und die Fähigkeit, Anweisungen zu befolgen. Besonders im Hinblick auf Sicherheitsregeln.
Tipp: Bevor du einen Bogen kaufst, besuche mit deinem Kind ein Probetraining im örtlichen Verein. Dort kann es unter Anleitung erste Erfahrungen sammeln, und du erkennst schnell, ob echtes Interesse und die nötige Reife vorhanden sind.
Die richtige Bogengröße ermitteln: Körpergröße und Auszugslänge bei Kindern
Die Bogengröße ist entscheidend für eine saubere Technik und die Sicherheit beim Schießen. Ein zu langer Bogen kann schnell überfordern und unhandlich werden, ein zu kurzer Bogen schränkt ein und führt zu einer unsauberen Schussausführung.
Bogengröße nach Körpergröße
Die folgende Tabelle zeigt dir, welche Bogenlänge zu welcher Körpergröße passt. Diese Werte gelten als Richtwerte und können je nach individueller Entwicklung leicht variieren:
| Körpergröße | Empfohlene Bogenlänge | Alter (ca.) |
|---|---|---|
| Unter 120 cm | 48 bis 54 Zoll | 6 bis 8 Jahre |
| 120 bis 140 cm | 54 bis 58 Zoll | 8 bis 11 Jahre |
| 140 bis 160 cm | 58 bis 62 Zoll | 11 bis 14 Jahre |
| Über 160 cm | 62 bis 66 Zoll | Ab 14 Jahren |
Auszugslänge bei Kindern messen
Die Auszugslänge bestimmt, wie weit dein Kind den Bogen ausziehen kann. Diese Messung ist wichtig, um die passende Pfeillänge zu ermitteln. Die einfachste Methode ist die Spannweiten-Methode.

Dein Kind streckt beide Arme seitlich aus, ähnlich wie ein „T”. Messe den Abstand in cm zwischen den Fingerkuppen der Mittelfinger beider Hände. Dieser Wert ist die Spannweite. Um die Auszugslänge in Zoll zu berechnen, teile die Spannweite in Zentimetern durch 2,5 und anschließend durch 2,54.
Ein Beispiel: Ein Kind mit einer Spannweite von 130 cm hat eine theoretische Auszugslänge von etwa 20,5 Zoll. Die Pfeile sollten dann 21 bis 22 Zoll lang sein, um eine Sicherheitsreserve einzuplanen. Diese Reserve ist wichtig, da Kinder schnell wachsen und der Auszug sich dadurch vergrößert.
Zuggewicht für Kinder: Altersgerechte Empfehlungen
Einer der häufigsten Fehler ist, dass das Zuggewicht zu hoch ausgewählt wird. Ein zu hohes Zuggewicht führt zu Fehlhaltungen, schneller Ermüdung und Frustration. Langfristig können sich falsche Bewegungsmuster einprägen, die später nur schwer zu korrigieren sind.
Ich empfehle, ein Zuggewicht zu wählen, das es dem Kind ermöglicht, den Bogen mindestens zehnmal hintereinander sauber auszuziehen, ohne die Technik zu verlieren oder zu zittern.
Hinweis: Aus vielen Kundengesprächen kenne ich das Muster. Erwachsene überschätzen die eigene Kraft und die ihrer Kinder regelmäßig. Das liegt auch daran, dass die beim Bogensport beanspruchten Muskelgruppen im Alltag kaum gefordert und entsprechend wenig trainiert sind.
Empfohlene Zuggewichte nach Alter und Geschlecht
| Alter | Jungen (lbs) | Mädchen (lbs) | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 6 bis 8 Jahre | 8 bis 12 lbs | 6 bis 10 lbs | Sehr leicht, spielerisch |
| 8 bis 10 Jahre | 10 bis 14 lbs | 8 bis 12 lbs | Technikerlernung steht im Vordergrund |
| 10 bis 12 Jahre | 12 bis 18 lbs | 10 bis 16 lbs | Erste Leistungssteigerung möglich |
| 12 bis 16 Jahre | 16 bis 24 lbs | 14 bis 20 lbs | Je nach Statur und Training |
Zuggewicht testen: So erkennst du, ob es passt
Drei einfache Tests helfen dir zu erkennen, ob das Zuggewicht angemessen ist:
Warnsignale bei zu hohem Zuggewicht:
- Hochziehen der Schulter beim Auszug
- Verdrehung des Oberkörpers
- Zittern in den Armen
- Abknicken des Handgelenks
- Schnelle Ermüdung nach wenigen Schüssen
Test 1, Wiederholbarkeit: Dein Kind sollte den Bogen mindestens zehnmal hintereinander vollständig ausziehen können, ohne dass die Arme zu zittern beginnen oder die Haltung zusammenbricht.
Test 2, technische Sauberkeit: Beobachte zehn aufeinanderfolgende Schüsse. Wenn der Bewegungsablauf dabei gleichmäßig und sauber bleibt, ist das Zuggewicht passend. Treten hingegen Ausweichbewegungen auf, ist es zu hoch.
Test 3, Schulterposition: Während des gesamten Auszugs sollte die Schulter der Zughand entspannt bleiben. Hebt sich die Schulter oder verdreht sich der Oberkörper, ist das ein Zeichen von Überforderung.
Welcher Bogentyp für Kinder? Recurve, Langbogen oder Compound
Grundsätzlich stehen dir drei verschiedene Bogentypen zur Auswahl. Jeder Typ hat spezifische Eigenschaften, durch die er sich für bestimmte Altersgruppen und Einsatzbereiche eignet.
Der Recurvebogen: der passende Kinderbogen für Einsteiger

Zwei Take-Down Recurvebögen für Kinder
Der Recurvebogen ist die mit Abstand häufigste Wahl für Kinder und Jugendliche. Im Vergleich zum Langbogen ermöglichen seine charakteristisch gebogenen Wurfarmenden höhere Pfeilgeschwindigkeiten bei gleichem Zuggewicht.
Vorteile:
- Einfache Verwendung ohne komplexe Mechanik
- Robust und wartungsarm
- Breites Angebot an geeigneten Kinderbögen
- Günstiger Einstiegspreis ab etwa 60 bis 80 Euro
- Bei Take-Down-Modellen: Austauschbare Wurfarme für Anpassung an Wachstum
Nachteile:
- Die Montage ist für Kinder eventuell etwas filigran
Empfehlung: Gut geeignet für Kinder ab 8 Jahren, besonders für Vereinssport und systematisches Techniktraining.
Langbogen: Traditionell und ursprünglich
Der Langbogen ist die ursprünglichste Form des Bogens. Er besitzt keine ausgeprägten Recurves und begünstigt einen weichen, ruhigen Schussablauf.
Vorteile:
- Ruhiges Schussverhalten
- Intuitive Technik für fortgeschrittene Schützen
Nachteile:
- Höheres Zuggewicht erforderlich für vergleichbare Leistung
- Weniger kindgerechte Modelle verfügbar
Empfehlung: Eher für ältere Kinder ab 12 Jahren mit Interesse an traditionellem, intuitivem Bogenschießen geeignet.
Compoundbogen: Die moderne Alternative für ältere Kinder
Der Compoundbogen nutzt ein System aus Rollen (Cams) und Kabeln, das im Vollauszug das zu haltende Gewicht erheblich reduziert. Diese Technologie nennt sich Let-Off.
Vorteile:
- Let-Off reduziert die Zugkraft im Vollauszug um 65 bis 85 %
- Hohe Präzision durch längeres, entspannteres Zielen
- Technisch spannend für ältere Kinder
- Spezielle Jugend-Compounds mit großem Verstellbereich verfügbar
Nachteile:
- Deutlich teurer (ab 250 Euro aufwärts)
- Komplex in Einstellung und Wartung
- Erfordert professionelle Einstellung
- Höheres Verletzungsrisiko bei falscher Handhabung
Empfehlung: Frühestens ab 12 bis 14 Jahren, wenn die Grundtechnik mit einem Recurvebogen bereits sitzt und echtes, langfristiges Interesse besteht.
Mitwachsende vs. einteilige Kinderbögen: Vor- und Nachteile
Bei der Kaufentscheidung stellt sich eine Frage. Investiere ich in einen mitwachsenden Bogen oder kaufe ich einen größenspezifischen, günstigeren Bogen, der in ein bis drei Jahren ersetzt werden muss?
Mitwachsende Bögen (Take-Down-Recurve)
Take-Down-Bögen bestehen aus einem Mittelstück und zwei Wurfarmen, die durch Schrauben oder ein Stecksystem (ILF) verbunden sind. Diese Konstruktion ermöglicht den Austausch der Wurfarme.
Vorteile:
- Wurfarme in verschiedenen Längen und Zuggewichten verfügbar
- Längere Nutzungsdauer über mehrere Jahre
- Langfristig kosteneffizienter
Nachteile:
- Höherer Anschaffungspreis (ab 100 Euro)
- Mehr Gewicht als einteilige Kinderbögen
Einteilige Kinderbögen

Drake Rolan Black Snake, einteiliger Recurvebogen aus Kunststoff
Einteilige Kinderbögen bestehen aus einem einzigen Element und sind nicht anpassbar. Sie sind für eine bestimmte Altersgruppe geeignet und müssen bei Wachstum ersetzt werden.
Vorteile:
- Günstiger in der Anschaffung (30 bis 70 Euro)
- Sofort einsatzbereit ohne Montage
- Leicht und handlich für kleine Kinder
- Gut für ersten Kontakt und Freizeitspaß
Nachteile:
- Begrenzte Nutzungsdauer wegen des Wachstums (typisch 1 bis 3 Jahre)
- Kein Upgrade möglich
Kaufempfehlung
Für gelegentlichen Freizeitspaß im Garten: Ein einteiliger, günstiger Bogen reicht vollkommen aus. Sollte das Interesse nachlassen, hält sich die Investition in Grenzen.
Für Vereinstraining mit langfristiger Perspektive: Investiere in einen mitwachsenden, dreiteiligen Take-Down-Bogen. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich durch die Anpassungsfähigkeit und längere Nutzungsdauer.
Sicherheit beim Schießen: Darauf sollten Eltern achten

Vorsicht: Aufgespleißter Pfeilschaft, der durch einen Fehlschuss beschädigt wurde
Bogenschießen ist grundsätzlich sicher, wenn fundamentale Sicherheitsregeln konsequent eingehalten werden. Deine Aufsichtspflicht ist dabei unerlässlich.
- Aufsichtspflicht: Kinder unter 12 Jahren sollten niemals unbeaufsichtigt schießen. Auch ältere Kinder benötigen anfangs eine Beaufsichtigung, bis die Sicherheitsregeln verinnerlicht sind.
- Schussfeld: Das Schussfeld muss frei von Personen sein. Stelle sicher, dass niemand das Ziel zwischen Schütze und Zielscheibe kreuzen kann. Ein optionales Pfeilfangnetz hinter der Zielscheibe fängt Fehlschüsse ab, bietet aber keine vollständige Sicherheit.
- Schutzausrüstung: Armschutz und Fingerschutz sind Pflicht, nicht optional. Die Bogensehne kann bei fehlerhafter Technik oder falscher Standhöhe den Unterarm treffen und schmerzhafte Verletzungen verursachen. Der Fingerschutz schützt die ziehende Hand vor Überbeanspruchung.
- Pfeile überprüfen: Kontrolliere vor jedem Schießen die Pfeile auf Beschädigungen. Risse im Schaft, lockere Spitzen oder beschädigte Federn können zu gefährlichen Situationen führen. Beschädigte Pfeile müssen sofort aussortiert werden.
- Technikschulung: Eine saubere Schusstechnik ist die beste Unfallprävention. Falsche Bewegungsabläufe führen nicht nur zu schlechten Ergebnissen, sondern erhöhen auch das Verletzungsrisiko. Nutze Vereinstraining oder einen qualifizierten Trainer für die Einführung.
Goldene Sicherheitsregeln beim Kinderbogenschießen:
- Nie ohne Schutzausrüstung schießen
- Nie auf Menschen oder Tiere zielen
- Nie einen Pfeil abschießen, wenn sich jemand im Schussfeld befindet
- Nie den Bogen ohne Pfeil abschießen (Leerschuss)
- Pfeile erst holen, wenn alle Schützen das Schießen beendet haben
Zubehör für Kinder: Armschutz, Fingerschutz und passende Pfeile
Hochwertiges Zubehör trägt maßgeblich zur Sicherheit und zum Lernerfolg bei. Die folgenden Komponenten sind unverzichtbar.
Armschutz

Armschutz aus Leder
Der Armschutz schützt den Unterarm vor dem Aufschlag der Sehne. Kindgerechte Modelle sind kleiner als Erwachsenenversionen und verfügen über elastische, verstellbare Verschlüsse.
Material: Leder oder Kunstleder bieten guten Schutz bei gleichzeitig hohem Tragekomfort. Achte darauf, dass das Material nicht zu steif ist, damit die Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt wird.
Fingerschutz

Schießhandschuhe sind die optimale Wahl für Kinder
Die ziehende Hand braucht Schutz vor der Belastung durch die Sehne. Für Kinder stehen zwei Varianten zur Verfügung, die der Ratgeber zum Fingerschutz ausführlich vergleicht: Fingertab und Schießhandschuh.
Fingertab: Ein Lederstück mit Öffnung für den Mittelfinger. Einfacher und günstiger als der Schießhandschuh, erfordert aber etwas Übung in der Handhabung.
Schießhandschuh: Ein Handschuh, der drei Finger (Zeigefinger, Mittelfinger, Ringfinger) mit verstärkten Fingerkuppen bedeckt. Intuitiver für Anfänger, aber etwas teurer.
Pfeile für den Kinderbogen: Material und Länge

Pfeile für Kinder aus Carbon mit Naturfedern
Die Pfeile müssen zur Bogenlänge, zum Zuggewicht und zum Auszug des Kindes passen. Die Länge sollte 1 Zoll über dem ermittelten Auszug liegen.
Material:
Fiberglas: Robust und günstig für den ersten Kontakt im Garten. Wichtig: Da Fiberglas-Pfeile beim Bruch gefährlich splittern können, sollten sie regelmäßig auf Risse geprüft werden. Für das Vereinstraining empfehle ich leichte Carbonpfeile.
Holz: Traditionell und mittlere Haltbarkeit. Holzpfeile eignen sich für Kinder, die traditionelles Bogenschießen erlernen möchten. Sie sind allerdings anfälliger für Brüche bei Fehlschüssen.
Carbon: Teurer, aber präzise und langlebig. Carbonpfeile sind für fortgeschrittene Kinder geeignet.
Spinewert: Der Spinewert muss auf das Zuggewicht abgestimmt sein. Ein zu weicher oder zu harter Pfeil fliegt unsauber. Nutze meinen Spinewertrechner oder lasse dich im Fachhandel beraten.
Sicherheitshinweis: Für Training und Freizeitspaß sollten stumpfe Übungsspitzen verwendet werden. Kontrolliere die Pfeile regelmäßig auf Risse oder Splitter, besonders bei Holz- und Fiberglas-Pfeilen.
Weiteres Zubehör

Seitenköcher mit Pfeilröhren für Kinder
Köcher: Ein Seitenköcher oder kleiner Rückenköcher erleichtert den Transport der Pfeile und verhindert, dass sie auf dem Boden liegen und beschädigt werden.
Zielscheiben: Schaumstoff-Zielscheiben sind gut geeignet für den Garten. Sie fangen Pfeile sicher und lassen sich leicht transportieren. Für Anfänger eignen sich große Scheiben mit 60 bis 80 cm Durchmesser.
Spannschnur: Auch Kinder sollten den Bogen mit einer Spannschnur spannen lernen. Diese schont die Wurfarme und verhindert Beschädigungen durch falsches Spannen, etwa ein Verdrehen der Wurfarme.
Häufige Fehler beim Kauf des ersten Kinderbogens
Einige Fehler tauchen beim Kauf des ersten Bogens immer wieder auf. Die folgenden Punkte helfen dir, diese zu vermeiden.
Fehler 1: Zu hohes Zuggewicht gewählt
Problem: Viele Eltern unterschätzen, wie wenig Kraft Kinder haben. Ein zu starker Bogen überfordert das Kind körperlich, führt zu Fehlhaltungen und schnellem Frust.
Lösung: Wähle das Zuggewicht lieber eine Stufe zu leicht als zu schwer. Das Kind kann die Technik sauber erlernen und später problemlos auf höhere Gewichte steigern.
Fehler 2: Falsche Bogengröße
Problem: Ein zu langer Bogen ist schwer zu handhaben. Ein zu kurzer Bogen schränkt ein und verhindert einen technisch sauberen Auszug.
Lösung: Nutze die Tabelle für Bogengröße nach Körpergröße als Richtwert und miss die Auszugslänge deines Kindes vor dem Kauf.
Fehler 3: Billigware ohne Qualität
Problem: Extrem günstige Bögen unter 30 Euro weisen oft scharfe Kanten, ungleiche Wurfarme oder splitternde Pfeile auf. Das Verletzungsrisiko steigt, und die Freude am Sport schwindet schnell.
Lösung: Investiere mindestens 60 bis 80 Euro in einen soliden Recurvebogen von einem etablierten Hersteller. Qualität zahlt sich hier aus.
Fehler 4: Fehlende Schutzausrüstung
Problem: Ohne Armschutz und Fingerschutz sind Verletzungen absehbar. Die Sehne kann den Unterarm treffen, und die Finger werden überlastet.
Lösung: Schutzausrüstung ist Pflicht, nicht optional. Plane die Kosten für Armschutz (ca. 15 Euro) und Fingerschutz (ca. 10 bis 20 Euro) von Anfang an mit ein.
Fehler 5: Keine professionelle Einführung
Problem: Ohne Anleitung prägen sich falsche Bewegungsabläufe ein, die später nur schwer zu korrigieren sind. Autodidaktisches Lernen führt oft zu unsauberer Technik.
Lösung: Besuche mit deinem Kind ein Vereinstraining oder einen Schnupperkurs, bevor du Equipment kaufst. Die Investition in eine professionelle Einführung lohnt sich langfristig.
Checkliste: Daran erkennst du den richtigen Kinderbogen
Diese Checkliste fasst die wichtigsten Punkte zusammen und hilft dir bei der finalen Kaufentscheidung:
Vor dem Kauf:
- Alter und Entwicklungsstand des Kindes realistisch eingeschätzt?
- Körpergröße gemessen und Auszugslänge berechnet?
- Zuggewicht altersgerecht gewählt (siehe Tabelle)?
- Bogentyp passend zu Einsatzzweck (Freizeit oder Verein)?
Beim Kauf:
- Verarbeitungsqualität geprüft (glatte Kanten, gleichmäßige Wurfarme)?
- Schutzausrüstung (Armschutz, Fingerschutz) mit eingeplant?
- Pfeile in passender Länge und Spinewert ausgewählt?
- Mitwachsend oder einteilig, bewusst entschieden?
Nach dem Kauf:
- Professionelle Einweisung (Verein, Trainer, Schnupperkurs)?
- Sicheres Schussfeld zuhause eingerichtet?
- Regelmäßige Kontrolle von Bogen, Sehne und Pfeilen auf Schäden?
Fazit
Die Wahl des richtigen Bogens für Kinder hängt von drei Faktoren ab. Alter, Körpergröße und Zuggewicht. Nimm dir Zeit für die Auswahl und orientiere dich an den Tabellen in diesem Ratgeber. Ein zu schwacher Bogen frustriert, ein zu starker überfordert und schadet der Technik.
Investiere lieber in einen hochwertigen, mitwachsenden Take-Down-Recurvebogen als in billige Massenware. Schutzausrüstung ist Pflicht, nicht optional. Eine professionelle Einführung im Verein oder durch einen Trainer legt das Fundament für jahrelangen Spaß am Bogensport.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter ist ein Kinderbogen sinnvoll?
Für spielerisches Schießen unter Aufsicht ist ein leichter Bogen ab etwa 6 Jahren möglich. Die meisten Bogensportvereine nehmen Kinder ab 8 bis 10 Jahren auf, weil erst dann genug Koordination, Konzentration und Körperbeherrschung vorhanden sind, um eine saubere Technik zu erlernen.
Welches Zuggewicht braucht ein Kind?
Kinder von 6 bis 8 Jahren liegen bei 6 bis 12 lbs, von 8 bis 10 Jahren bei 8 bis 14 lbs, von 10 bis 12 Jahren bei 10 bis 18 lbs. Entscheidend ist nicht die Tabelle, sondern der Test: Das Kind muss den Bogen zehnmal hintereinander sauber ausziehen können, ohne dass die Schulter hochgeht oder die Arme zittern.
Welche Bogenlänge passt zu meinem Kind?
Die Bogenlänge richtet sich nach der Körpergröße. Unter 120 cm passen 48 bis 54 Zoll, bei 120 bis 140 cm sind es 54 bis 58 Zoll, bei 140 bis 160 cm 58 bis 62 Zoll und ab 160 cm 62 bis 66 Zoll. Miss zusätzlich die Auszugslänge, denn davon hängt die Pfeillänge ab.
Mitwachsender oder einteiliger Kinderbogen?
Für gelegentliches Schießen im Garten reicht ein einteiliger Bogen für 30 bis 70 Euro. Wenn dein Kind in den Verein geht und langfristig dabeibleiben will, lohnt sich ein dreiteiliger Take-Down-Bogen ab etwa 100 Euro. Bei ihm lassen sich die Wurfarme tauschen, wenn das Kind wächst oder mehr Zuggewicht verträgt.
Welche Schutzausrüstung braucht mein Kind?
Armschutz und Fingerschutz sind Pflicht. Der Armschutz verhindert, dass die Sehne den Unterarm trifft, der Fingerschutz entlastet die ziehende Hand. Für Kinder eignet sich ein Schießhandschuh meist besser als ein Fingertab, weil er intuitiver sitzt. Zusammen kosten beide etwa 25 bis 35 Euro.